Badminton – das vielseitigste Spiel der Welt
Fast jeder hat schon einmal Federball gespielt. Auf der Wiese, im Hinterhof, auf dem Trottoir haben wir unserem Partner den gefiederten Ball zugeschlagen. Trotz dieser Vertrautheit wird Federball als Wettkampfsportart meist falsch beurteilt.
Das Spiel, welches – meisterhaft gespielt – mühelos und einfach aussieht, ist harter Wettkampfsport.
Der Federball erreicht bei den krachenden Schmetterschlägen Anfangsgeschwindigkeiten von 300 km/h. Obwohl der Ball im Flug rasch bremst, ist er nur durch blitzschnelle Reaktionen zu erreichen.
Die Notwendigkeit, von athletisch Angriffshandlungen auf weiches und präzises Spiel am Netz umzustellen, erfordert viel Ballgefühl.
Der leichte Schläger ermöglicht darüber hinaus rasche Richtungsänderungen ohne vorhersehbare Ausholbewegungen.
Diese Tatsache macht Badminton zu einem extrem raffiniertenen und täuschungsreichen Spiel. Dem schnellen, genauen und trickreichen Angriffsspiel ist nur durch gute Reflexe und sehr bewegliche Laufarbeit zu begegnen.
An die Wendigkeit werden höchste Ansprüche gestellt. Der Badmintonspieler läuft blitzschnell zum Ball, stoppt, schlägt den Federball über das Netz und kehrt sofort wieder zur Spielfeldmitte zurück.
Die schnellkräftigen Laufbewegungen in Verbindung mit den präzisen Schlägen stellen hohe Anforderungen an das konditionelle und technische Vermögen des Spielers. Häufige lange Ballwechsel und eine Spieldauer bis zu 60 Minuten fordern gut entwickelte Ausdauer.
Der Badmintonspieler benötigt das Konzentrationsvermögen eines Schachspielers, die Reflexe eines Tischtennisspielers, die Schnelligkeit eines Sprinters, die Wurfkraft eines Speerwerfers, die Kraftausdauer eines Eisschnellläufers,
die Ausdauer einen 1000-m-Läufers sowie Wendigkeit, Spielwitz und technisches Können. Diese Vielseitigkeit der Anforderungen macht Badminton zu einem anspruchsvollen und harten Wettkampfsport.
Auf niedrigem Leistungsniveau bietet Badminton dem Trimmsportler die Möglichkeit, seinen ganzen Körper bei freudvollem und abwechslungsreichem Spiel durchzuarbeiten. Dies gilt für die ganze Familie, denn alle Alters- und Leistungsstufen kommen zu ihrem Recht.
Kinder ab 8 Jahren können dabei ebenso ihren Spass haben wie Vater, Mutter und ältere Sportler. Eine Dosierung der Anstrengung ist durch die Auswahl enes geeigneten Partner leicht möglich.
Historie
Der Wettkampfsport Badminton kommt aus England. Ihren Namen verdankt die Sportart dem englischen Landsitz des Duke of Beaufort in der Grafschaft Gloucestershire. Auf diesem Landsitz mit Namen BADMINTON wurde 1872 das von britischen
Kolonialoffzieren aus Indien mitgebrachte und als „Poona“ bezeichnete Spiel vorgestellt.
Badmintonchronologie
1893. Gründung des englischen Badmintonverbandes
1934. Gründung der International Badminton Federation (IBF) durch 9 Nationalverbände
1952. Gründung des Schweizerischen Badmintonverbandes. „swiss badminton“ umfasst heute 11 Regionalverbände. In der Schweiz gibt es mittlerweile 268 Clubs (nur einzelne davon sind nicht dem nat. Verband angeschlossen sondern nur ihren regionalen Verbänden) mit ca. 11000 lizenzierten Mitgliedern.
1967. Gründung der European Badminton Union (EBU)
Asien dominiert den Badmintonglobus
Grosse Popularität geniesst Badminton in seinen europäischen und asiatischen Hochburgen England, Dänemark (400'000 Spieler), Indonesien, Malaysia, Korea und China. In diesen Ländern ziehen Badmintonveranstaltungen die Massen ebenso an wie anderswo Fussball, Eishockey oder Tennis.
In den Siegerlisten der folgenden bedeutenden internationalen Wettkämpfen finden sich denn auch vornehmlich dänische, englische oder asiatische Namen.
Weltmeisterschaften
Die erste WM für Einzelspieler 1977 in Malmö (Schweden), 1980 in Djakarta (Indonesien), 1983 in Kopenhagen (Dänemark).
Seit 1983 alle 2 Jahre. Seit 1989 findet vor jeder Einzel-WM eine einwöchige Mixed Team-WM statt.
Die erste gewann Indonesien, die weiteren Titel teilen sich Korea (3 Siege) und China (4).
Thomas Cup
Alle 3 Jahre durchgeführte Weltmeisterschaft für Herrennationalmannschaften
Uber Cup
Alle 3 Jahre durchgeführte Weltmeisterschaft für Damennationalmannschaften
Europameisterschaften
Alle 2 Jahre Durchführung der Einzel- und Team-EM
Olympische Disziplin…
…ist Badminton seit 1992.
All England Championships
Bis 1977 inoffizielle Weltmeisterschaft, heute prestigeträchtigstes Event der IBF Turnier-Serie.
Swiss Open
Alljährliches im März in der St. Jakobshalle Basel durchgeführtes internationales IBF Turnier.
Die Organisatoren begrüssen jedes Jahr die weltbesten Badmintonspieler.
Die Ausrüstung
Der Schläger – das Racket
Die Badmintonschläger – unter den Spielern wird meist der Begriff Racket benützt – werden heutzutage aus Carbon hergestellt (früher auch Holz und Stahlprodukte). Die Rackets wiegen in der Regel zwischen 90-120gr. Die Racketpreise gehen bis zu 350 Franken, was eher die Ausnahme ist.
Merke: Ein teurer Schläger nützt einem nichts wenn man damit nicht umzugehen weiss. Selbst in der Weltspitze vertrauen einzelne Spieler seit Jahren auf ihre altbewährten Schläger, die zum Teil nur noch für sie selbst vom Hersteller produziert werden.
Die Besaitung
Unterschieden wird zwischen Naturdarm- und Synthetiksaiten. Heute spielt man fast ausschliesslich die künstlichen Saiten, weil der Naturdarm zwar bessere Elastizität und Spieleigenschaft aufweist jedoch aber einerseits teurer ist, andererseits verschleissanfällig und meist nur von kurzer Lebensdauer und überdies eine sehr sorgfältige Behandlung verlangt.
Bespannungshärten gehen von 8-14kg. Allerdings ist eine Härte von über 10kg nicht für den ungeübten Spieler geeignet. Die Weltklassecracks benötigen oftmals zwei bis drei Schläger pro Partie, weil die harte Bespannung von bis 14kg der grossen Belastung nicht über eine ganze Partie Stand hält. Hierzulande werden üblicherweise 8,5-10kg bespannt.
Der Federball
Er besteht aus Korb und Fuss. In den mit dünnem Leder oder Kunststoff überzogenen Korkfuss des Naturfederballs sind 14-16 Enten- oder Gänsefedern eingeleimt. Nach der Regel darf ein Federball 4,73-5,5gr wiegen. Naturfederbälle sind gegenüber synthetischen Bällen (die für Plausch- und Anfängerzwecke völlig ausreichen) mit den wesentlich besseren Flugeigenschaften ausgestattet.
In den hochklassigeren Bewerben wird daher ausschliesslich mit Naturfedern gespielt. Der Verschleiss ist allerdings hoch. Während eines Spiels kommt es nicht selten vor, dass ein ganzes Dutzend Bälle verbraucht wird da im Badminton viel mit geschnitten Schlägen gearbeitet wird. Sobald eine Feder geknickt oder abgebrochen ist, verliert das in Badmintonkreisen „Shuttle“ genannte
Federobjekt sofort die erwähnt guten Flugeigenschaften. Eine Rolle à 12 Stück kostet je nach Qualität zwischen 15-35 Franken.
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